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Mit viel Engagement fürs Jubiläum

450 Jahre: Seit mehreren Jahren fiebert der Bürgerschützenverein dem besonderen Jahr und dem Schützenfest am letzten Juni-Wochenende entgegen – viel Arbeit, die auf viele Schultern verteilt ist

Es ist eine organisatorische und logistische Herausforderung: das 450-jährige Jubiläum des Bürgerschützenvereins von 1567 Brakel am letzten Juni-Wochenende. Eine jahrelange Planung geht dieser Großveranstaltung voraus, verrät das Team um Adjutant Alexander Tölle.

Rund 30 Personen, aus dem aktuellen Vorstand wie ehemalige Mitglieder, Dechanten und Könige, sind direkt in die Vorbereitung involviert. Tölle ist dankbar für so viel Engagement: „Es ist wichtig, diese Aufgaben auf viele verschiedene Schulter verteilen zu können." Für ein solches Jubiläumsjahr des 1.100 Mitglieder zählenden Vereins unabdingbare Voraussetzung.

ARBEITSGRUPPEN

Zehn Arbeitsgruppen sind im Laufe der Zeit entstanden, die sich um verschiedene Aspekte kümmern. Das reicht von Organisatorischem wie Einladungen, Marschwege und Programm bis hin zu besonderen Aktionen wie den Jubiläumspin mit dem Heiligen Michael und dem Stadtwappen darauf (siehe Abbildung), das Jubiläumsbier und die neue Fahne, die noch vor dem Schützenfest geweiht wird. Überhaupt habe man schon vor rund drei Jahren die ersten Überlegungen zum Jubiläum gemacht, sagt Tölle.

FESTCHRONIK

Dazu gehört natürlich die Festchronik, bei der Chronist Bernd Zymner federführend war und ist. Denn sie wird erst zum Jahresende erscheinen, erklärt Tölle. „Weil wir das Jubiläumsjahr noch aktuell mit hineinnehmen werden. Sonst würde es erst in 25 Jahren in die Festchronik kommen." Die Festchronik selbst soll die Entwicklungen und Neuerungen seit dem 425-Jährigen im Jahr 1992 von der Gründung der Sportschützen über den zweimaligen Umbau des Schießstandes, das Stiften der Kanone oder Schützenreisen nach New York oder Schottland beinhalten. Im Zuge dieser Recherche, so berichten sie, sei sogar herausgekommen, dass der Verein noch älter als von die im Namen enthaltene Jahreszahl 1567 sei.

FAHNE

Ein wichtiger Termin für die Bürgerschützen ist die Weihe der neuen Fahne schon eine Woche vor dem großen Fest: Am Sonntag, 18. Juni, wird bei der Lobeprozession das neue Seidentuch, für das die Schützen schon seit fünf Jahren Geld sammeln, von Pfarrer Wilhelm Koch an der Sudheimer Linde geweiht. „Nach 25 Jahren bekommen wir dann wieder eine neue Fahne", freut sich Fähnrich Jürgen Hollenbach und spricht von einem besonderen Moment.

Denn in Brakel sei das seidene und bemalte, vier Quadratmeter große Tuch eine „Arbeitsfahne", die geschwenkt wird – und entsprechend Gebrauchsspuren aufweist. „Wir haben sie schon mehrfach reparieren lassen – zuletzt 2011. Aber sie ist doch sehr zerschlissen." Also kam 2012 die Idee, zum Jubiläum eine neue Fahne anzuschaffen. 5.500 Euro wurden seitdem gesammelt und gesponsort.

Rund 7.500 Euro wird die neue Fahne kosten. Ebenfalls aus Seide, handbemalt und mit einigen Veränderungen: Sie ist quadratisch, der Heilige Michael trägt – anders als bei den drei Vorgängertüchern – ein Schwert, nicht den Speer. „Wir haben die Figur in der Kirche abfotografiert und originalgetreu aufmalen lassen", erklärt Hollenbach.

Und der Michael wurde um 90 Grad gedreht – damit er beim Tragen der Fahne nicht auf der Seite liegt. Zudem habe Hans-Dieter Mönikes in die Fahnenspitze das alte und neue Brakeler Stadtwappen eingearbeitet. Der 3,80 Meter lange Fahnenstock wird wie ein Teleskop zusammenschiebbar und damit leichter zu transportieren sein.

SCHÜTZENFEST

Rund 1.000 Gäste am Samstag, nochmals rund 1.000 Gäste am Sonntag: für die Organisation eine Herausforderung. Deshalb haben die Brakeler Schützen für Samstag, 24. Juni, elf Gastvereine aus den Städten des Kreises eingeladen, am Sonntag, 25. Juni, elf Gastvereine aus der Gemeinde Brakel plus die Münsteraner St.-Mauritz-Schützen. Die belgischen Freunde werden an beiden Tagen dabei sein.

Festredner am Samstag ist der neue Landtagsabgeordnete Matthias Goeken, berichtet Sekretär Andreas Oesselke. Dieser werde auch die Ehrenplakette des Landes NRW samt Urkunde an die Schützen überreichen – für Vereine mit einer besonderen Tradition. Festredner am Sonntag werden dann Landrat Friedhelm Spieker und Bürgermeister Hermann Temme sein, beide Mitglieder beim Bürgerschützenverein.

MUSIK

Tambourmajor Dirk Weskamp freut sich auf viel Musik bei den Festumzügen, hat neben den bekannten Spielmannszügen aus Münster Mauritz und Natzungen sechs weitere Musikkapellen eingeladen, darunter am Samstag die Musikkapelle Istrup, den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Hembsen und die Blaskapelle Erkeln sowie am Sonntag unter anderem auch den Musikverein Auenhausen.

Und weil die Brakeler Musiker selbst beim Einschwenken während der Parade auf dem Marktplatz eine „besonders gute Figur" abgeben wollen, haben sie schon einen Monat früher mit dem Üben begonnen. Für die Musiker sei das Schützenfest ein „Kraftakt", bei dem man die Stunden Schlaf über drei Tage wohl an einer Hand abzählen könne, erzählt er schmunzelnd und voller Vorfreude. Und trotzdem werden um 5 Uhr morgens die Hörner zum Wecken auf dem Marktplatz geblasen und die Festbälle bis in die Nacht hinein begleitet. Inklusive des letzten Walzers am frühen Montag auf dem Marktplatz.

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